Wasserstrahlschneiden

Wasserstrahlschneiden

Durch eine spezielle Hochdruckpumpe wird Wasser stark komprimiert, so dass ein Schneiddruck von ca. 4000 bar entsteht. Um diesem, mit hohem Druck behaftetem Wasser, jedoch die notwendige kinetische Energie zu verleihen, wird das Wasser durch eine sehr feine Düse geleitet und somit auf ca. 1000 m/sec beschleunigt (dies entspricht ca. der 3-fachen Schallgeschwindigkeit!). Diese gewaltige Energie ermöglicht es, diverse Materialien mit einer Genauigkeit von ca. +/- 0.1 mm zu schneiden. Es wird grundsätzlich zwischen drei Schneidverfahren unterschieden:

Reinwasserschneiden

Unter Reinwasserschneiden versteht man das Schneiden ausschliesslich mit dem Medium Wasser. Mit diesem Verfahren können weiche Materialien mit einer sehr hohen Schneidgeschwindigkeit durchtrennt werden, wie z.B. Schaumstoff, Dämmstoff, Gummi, Dichtungsmaterial, Papier, Folien und vieles mehr.

Abrasivschneiden

Für das Schneiden von härteren Materialien reicht die alleinige Kraft des Reinwasserstrahls jedoch nicht mehr aus. Um die enorme Schneidleistungen für harte Materialien zu erreichen, wird dem Wasserstrahl ein Abrasivmittel hinzugefügt. In der Regel benutzt man zu diesem Zweck einen speziellen Granatsand. Dadurch erzielt man eine beträchtliche Steigerung der Abtragsleistung und somit einen sehr energiereichen und vielseitigen Schneidstrahl. Mit diesem Strahl können u. a. Materialien geschnitten werden wie Stahl, Naturstein, Keramiken, Kunststoffe, Glas, Karbon und vieles mehr. Eigentlich gibt es fast keinen Werkstoff, der nicht geschnitten werden kann und das, bis zu einer theoretischen Materialstärke von ca. 230 mm. 

Polymerschneiden

Das Polymerschneiden weist dieselben Eigenschaften auf wie das Reinwasser- oder Abrasivschneiden, jedoch mit einem Polymerzusatz. 

Vorteile des Wasserstrahlschneiden

Kaltschneideverfahren, d.h. die Schnittleistung wird ohne thermische Einwirkung in das Material erreicht. Somit ist ein verzugfreies und materialschonendes Schneiden möglich. Durch die Schleifwirkung des Abrasivmittels entsteht kein direkter Anpressdruck auf den Werkstoff. Somit wird eine Verformung des Materials, trotz der hohen kinetischen Energie, vermieden. Der haarfeine Wasserstrahl ermöglicht das Schneiden beliebiger Konturen mit präziser Schnittgenauigkeit und einer sehr hohen Qualität. Materialsparende Fertigung aufgrund geringer Schnittbreite und Nesting. Erhöhte Produktivität durch mehrschichtiges Schneiden. Hohe Produktivität durch den zeitgleichen Einsatz mehrerer Schneidköpfe (Mehrkopf-Schneidanlage).